Magnesium gegen Migräne: Hilft der Mineralstoff wirklich?

Magnesium gegen Migräne Hilft der Mineralstoff wirklich

Mindestens einmal im Monat Kopfschmerzen? Gleichzeitig Geräusch-, Lichtempfindlichkeit und Übelkeit? Dann zählst du wahrscheinlich zu den 25 % der Deutschen, die an Migräneattacken leiden.

Aber was sind die Ursachen für Migräne? Das ist bisher noch nicht eindeutig festgestellt worden. Eine mögliche Ursache ist allerdings ein Magnesiummangel. Hilft Magnesium bei Migräne? Wie viel ist einzunehmen und wie erkennst du, ob du wirklich Migräne hast? Wir haben uns einige Studien dazu angesehen.

Wie Magnesium gegen Migräne hilft

Ein Magnesiummangel steht in Verbindung mit dem Entstehen und der Entwicklung (der Pathogenese) von Migräne. Magnesium ist für zahlreiche Abläufe im menschlichen Organismus zuständig. Ein Mangel an dem Mineralstoff kann deshalb unter anderem zu 

  • Kopfschmerzen,
  • erhöhter Reizbarkeit und Schlafstörungen führen.

Beispielsweise zeigen schon Studien seit den 80er Jahren, dass Menschen mit Migräne einen möglichen Magnesiummangel während der Attacken haben (Ramadan et al. Low brain magnesium in migraine, Trauinger A. et al., Oral magnesium load test in patients with migraine, Mauskop A et al, Role of magnesium in the pathogenesis and treatment of migraine) Eine Schmerzlinderung erreichten Forscher, indem sie 1 g Magnesiumsulfat verabreichten. 86 % der Patienten berichteten über eine anhaltende Schmerzlinderung über 24 Stunden hinweg. Serotonin, das bei Migräne freigesetzt wird, löst Übelkeit und Erbrechen aus. Das kann in weiterer Folge zu Gefäßverengungen führen. Die Vorbehandlung mit Magnesium reduziert nachweislich die durch Serotonin verursachte Gefäßverengung. Intravenös gegebenes Magnesium zeigte eine signifikante Verbesserung der Migräne (DOI: 10.3390/nu7095388, 10.3344/kjp.2017.30.3.176).

Eine weitere Studie ergab, dass die regelmäßige Einnahme von Magnesium die Migräneanfälle um 41,6 % reduzierte. In der Leitlinie der Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne wird hingegen Magnesium als Prophylaxe eine geringe wissenschaftliche Evidenz zuteil. 2017 kamen Alexander von Luckner und Franz Riederer in einem Review zum Schluss, dass es eine „möglicherweise wirksame Evidenz für die Prävention von Migräne mit Magnesium“ gibt. In einer weiteren Meta-Analyse reduzierte intravenös gegebenes Magnesium die Migräneanfälle innerhalb von 15 – 45, 120 und 24 Stunden. Oral eingenommen hat es die Häufigkeit und Intensität reduziert. Insgesamt zeigt sich aus diesen Studien, dass Magnesium wirksam ist. Um eine Vorbeugung von Migräneanfällen zu bestätigen, ist die Evidenz allerdings noch zu gering.

Wie viel Magnesium bei Migräne

Als Prophylaxe werden 2-mal täglich 300 mg empfohlen. Das kann eine Linderung der Migräne verschaffen.

Migräne erkennen

Migräne kann dich auf unterschiedliche Arten betreffen. Achte auf die jeweiligen Merkmale, um die Kopfschmerzen genau zu bestimmen. Man unterscheidet zwischen:

Migräne ohne Aura

(Aura bedeutet, das du beispielsweise visuelle Störungen wie Unschärfe oder einen halbseitigen Verlust des Sehens hast. Auch Geruchs- und Sprachstörungen fallen darunter.)

A) Mindestens fünf Kopfschmerzattacken von 4 – 72 Stunden Dauer (unbehandelt oder nicht erfolgreich behandelt), die mindestens zwei der vier folgenden Merkmale aufweisen:

1. Einseitige Positionierung

2. Pulsierende Qualität

3. Mittlere oder starke Intensität (hemmt oder verhindert die täglichen Aktivitäten)

4. Erschwert durch Treppensteigen oder ähnliche routinemäßige körperliche Aktivitäten.

B) Bei Kopfschmerzen tritt mindestens eines der beiden folgenden Symptome auf:

1. Phonophobie und Photophobie (Geräusch- und Lichtempfindlichkeit)

2. Übelkeit und/oder Erbrechen

Migräne mit diagnostischen Kriterien der Aura 

A) Mindestens zwei Migräneattacken, die mindestens drei der folgenden Punkte erfüllen:

1. Ein oder mehrere vollständig reversible Aurasymptome, die auf eine fokale zerebrale kortikale und/oder Hirnstammfunktion hinweisen.

2. Mindestens ein Aurasymptom entwickelt sich allmählich über mehr als vier Minuten, oder zwei oder mehr Symptome treten nacheinander auf.

3. Kein Aurasymptom hält länger als 60 Minuten an; wenn mehr als ein Aurasymptom vorliegt, wird die akzeptierte Dauer proportional verlängert.

4. Der Kopfschmerz folgt der Aura mit einem freien Intervall von mindestens 60 Minuten (er kann auch gleichzeitig mit der Aura beginnen).

B) Mindestens eines der folgenden Auramerkmale stellt eine Diagnose von Migräne mit typischer Aura:

1. Beidseitige Sehstörungen 

2. Einseitige Parästhesien (“Kribbeln”) und/oder Taubheitsgefühl

3. Einseitige Schwäche

4. Aphasie oder nicht klassifizierbare Sprachstörungen

Referenz: Headache classification committee of the IHS. Classification and diagnostic criteria for headache disorders, cranial neuralgias and facial pain. Cephalalgia 1988 8: 1-96.

Hinweis: Wir bieten Informationen über Magnesium an, die keine Diagnose, weitere Recherchen zu Studien oder ein ärztliches Gespräch ersetzen.

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