Die Spermidin Wirkung erklärt: So funktioniert das Wundermittel

Die Spermidin Wirkung erklärt So funktioniert das Wundermittel

Die Spermidin Wirkung ist unter Forschern gerade ein heißes Thema. Schutz vor Krankheiten wie Diabetes, Demenz, Krebs und sogar Corona werden dem Stoff nachgesagt. Doch was stimmt wirklich? Bei der Fülle an Informationen ist das oft gar nicht so leicht zu sagen.

Wir haben daher recherchiert und alle Infos zur Spermidin Wirkung zusammengefasst.

Also, wie wirkt Spermidin denn nun genau?

Nun ja, um das zu verstehen, müssen wir uns zuerst anschauen, was Spermidin überhaupt ist.

Was genau ist Spermidin und wo kommt es vor?

Monoaminopropylputrescin. Na, klingelt bei dem Begriff was? Zugegeben, wahrscheinlich können nur die wenigsten etwas damit anfangen. Viel bekannter ist die Substanz nämlich unter dem Namen Spermidin.

Spermidin gehört zu den sogenannten Polyaminen und ist als solches ein wichtiger Bestandteil von Zellen. Man sollte sich vom Namen also nicht täuschen lassen: Als man den Stoff zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieb, wurde er zwar aus der namensgebenden Samenflüssigkeit isoliert, in Wahrheit findet sich Spermidin aber in sämtlichen Körperzellen aller lebenden Organismen. Dort hat es wichtige Funktionen rund um das Zellwachstum inne.

Was das Spermidin genau in den Zellen macht ist noch nicht zu hundert Prozent geklärt. Man weiß allerdings, dass bestimmte Umstände wie etwa ein verlangsamter Stoffwechsel oder erhöhtes Alter die Konzentration von Spermidin im Körper abnehmen lässt.

Ebenso steigt der Spermidingehalt während der Wachstumsphasen des Körpers, während der Schwangerschaft oder wenn nach dem Training Muskeln regeneriert werden. Alle diese Prozesse basieren schließlich auf dem Wachstum oder der Regeneration von Zellen.

Die Spermidin Wirkung: Wundermittel oder doch nur Hype?

Die Wirkung von Spermidin ist eigentlich relativ einfach erklärt.

Wikipedia versucht es zum Beispiel mit diesem schönen Absatz:

„Nach bisherigen Erkenntnissen inhibiert Spermidin die neuronale NO-Synthase, bindet und präzipitiert DNA, stimuliert die Aktivität der T4-Polynukleotidkinase und trägt zur Verbesserung der Beschichtung mit DNA bei der Munition der Genkanone bei.“ 

NO-Synthase, präzipitierte DNA und dann auch noch eine Genkanone!? Klingt doch total logisch oder?

Aber Spaß beiseite: Wer sich mit Spermidin auseinandersetzt, wird schnell feststellen, dass das Themengebiet ziemlich komplex und als Laie oft schwer zu durchschauen ist. Kein Wunder, wenn sich selbst die Wissenschaft noch nicht genau auf die Wirkung des Stoffes einigen konnte.

Darum hier also unser Versuch einer Erklärung, die hoffentlich etwas leichter zu verdauen ist:

Das macht Spermidin in unseren Zellen

Wie oben schon beschrieben, ist Spermidin eng mit dem Zellwachstum verknüpft. Es ist etwa daran beteiligt:

  • Zellen zu regenerieren
  • neue Zellen zu bilden
  • Abfallprodukte aus Zellen auszuscheiden

Mit der Genkanone hat das übrigens nichts zu tun. Dahinter versteckt sich nämlich der Name eines Geräts, das in der Wissenschaft bei der Arbeit mit DNA zum Einsatz kommt.

Nichtsdestotrotz sollte man den Begriff in einen Artikel einbauen, wenn man die Chance dazu hat. Denn seien wir ehrlich: Das Wort ist einfach cool. Genkanone.

Aber zurück zum Thema: Warum ist die Spermidin Wirkung denn nun so interessant für die Wissenschaft? Und warum liest man immer wieder, dass der Stoff etwa vor bestimmten Krankheiten schützen oder sogar das Leben verlängern könne?

Die Antwort: Spermidin wirkt durch seine Eigenschaften verstärkend auf die sogenannte Autophagie.

Warum ist das nun so interessant?

Aus alt mach neu: Die Wirkung der Autophagie

Die Autophagie ist in gewisser Weise so etwas wie ein Motor, der unsere Zellen am laufen hält. In erster Linie werden bei dem Prozess Zellbestandteile abgebaut, die nicht mehr gebraucht werden oder fehlerhaft sind. Aber nicht nur das: Die überflüssigen Bestandteile werden bei der Autophagie nämlich regelrecht recycelt, wodurch neue Zellbausteine entstehen.

Und der Kicker bei der Sache:  Es wird vermutet, dass die bei der Autophagie abgebauten Zellstoffe eine Reihe altersbedingter Krankheiten auslösen können.

Es gilt also, diesen Zellstoffwechsel möglichst aktiv zu halten. 

Die vorherrschende Theorie lautet: Kann man den Prozess der Autophagie im Alter anregen, ließen sich damit vielleicht typische Alterskrankheiten wie Herzprobleme, Demenz oder gar Krebs vorbeugen. Und das klingt doch schonmal richtig gut oder?

Der Hype, der derzeit um Spermidin gemacht wird, ist also nicht ganz unbegründet.

Aber wie genau lässt sich das anwenden? Schauen wir uns an, was Versuche zur Spermidin Wirkung aus der Praxis zeigen.

Spermidin in der Praxis: Wirkung, Erfahrungen, Studien

Die Ergebnisse aus ersten Tierversuchen sprechen für sich:

2013 zeigte ein Versuch an Fruchtfliegen etwa, dass die Zufuhr von Spermidin-reicher Nahrung altersbedingter Demenz entgegenwirken kann.

2016 veröffentlichte Ergebnisse einer Studie aus Österreich zeigten, dass Spermidin bei Labormäusen vor Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems schützen kann und damit das Leben der Tiere verlängert.

Doch auch für menschliche Probanden gibt es vielversprechende Ergebnisse:

Das berühmteste Beispiel dafür ist wohl eine Langzeitstudie an 829 Teilnehmern über einen Zeitraum von 20 Jahren. Das internationale Forscherteam untersuchte dabei, ob ein möglicher Zusammenhang zwischen Spermidin-Aufnahme und Sterblichkeit besteht.

Das Ergebnis: Die ProbandInnen, die mehr Spermidin über die Nahrung aufnahmen, hatten in dem Zeitraum durchschnittlich die geringste Sterblichkeit. Dazu kommt, dass die gesteigerte Aufnahme von Spermidin über die Ernährung weitgehend frei von Nebenwirkungen blieb.

Ein zusätzlicher Hinweis auf die positive Wirkung von Spermidin also.

Die Eigenschaft von Spermidin, Autophagie auszulösen, macht man sich übrigens auch im Kampf gegen das Coronavirus zunutze.

Eine Forschungsgruppe rund um den bekannten Virologen Christian Drosten entdeckte etwa, dass die Autophagie von Lungenzellen, die unter der Krankheit leiden, gehemmt wurde. Durch die Gabe von Spermidin in die Zellen konnte die Viruslast schließlich deutlich reduziert werden.

Dass eine orale Einnahme von Spermidin gegen Corona schützt oder gar eine bestehende Infektion bekämpfen kann, ist allerdings zweifelhaft.

Und dennoch: Verlängertes Leben, Schutz vor Krankheiten und eine mögliche Anwendung bei einer Corona-Infektion. Das klingt doch irgendwie alles zu gut um wahr zu sein.

Ist Spermidin also wirklich das Wundermittel schlechthin?

Erste Studien zur Wirkung von Spermidin lieferten vielversprechende Ergebnisse. Der große Haken derzeit ist einfach, dass es noch zu wenige Daten zur Wirkung von Spermidin auf Menschen gibt, um den Stoff wirklich als Wundermittel zu bezeichnen.

Hinzu kommt, dass man von positiven Ergebnissen aus einem Tierversuch nicht automatisch auf die gleichen Resultate beim Menschen schließen kann.

Forscher und Forscherinnen sind allerdings vom Potenzial des Polyamins überzeugt. Inwieweit eine therapeutische Behandlung mit Spermidin sinnvoll ist, müssen sie nun noch genauer klären.

Bei dem Hype, der derzeit um Spermidin passiert, ist es allerdings nur eine Frage der Zeit, bis die Wissenschaft das Geheimnis rund um den vermeintlichen Jungbrunnen entschlüsselt.

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