Schon wieder verpennt? Ständige Müdigkeit und ihre Ursachen

Schon wieder verpennt Ständige Müdigkeit und ihre Ursachen

Alle sind schon auf den Beinen, aber du kommst einfach nicht aus dem Bett?
Du hast nach dem Essen keinerlei Energie mehr und verspürst bleierne Müdigkeit?
Trotz einer durchgeschlafenen Nacht nickst du am Nachmittag fast ein?

Wahrscheinlich kennst du zumindest eine dieser Situationen.

Müdigkeit begegnet uns in den unterschiedlichsten Formen und ab und zu ist das völlig normal.
Denn die Ursachen sind meist banale Dinge wie zu wenig Schlaf oder eine Erkältung. Entwickelt sich die Müdigkeit allerdings zu einem chronischen Problem, kann das durchaus ernste Ursachen haben.

Oje, heißt das etwa, dass ich womöglich schwer krank bin, wenn ich regelmäßig müde bin?

Keine Sorge: Ständige Müdigkeit sollte zwar als Symptom nicht auf die leichte Schulter genommen werden, in den meisten Fällen steckt dahinter jedoch keine schwere Erkrankung. Dennoch ist es wichtig, die Gründe aufzuklären – und die können vielseitig sein.

Was steckt also dahinter und ab wann solltest du zum Arzt gehen? Bei uns findest du alles zu den möglichen Ursachen von ständiger Müdigkeit.

Die Definition: Was ist Müdigkeit

Was ist denn nun aber genau mit Müdigkeit gemeint? Die Definition ist für die Suche nach den Ursachen durchaus wichtig. Schließlich gibt es hier mehrere Begriffe, denen man oft die gleiche Bedeutung zuschreibt, die aber eigentlich etwas anderes meinen: Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit.

Aha – und was ist jetzt was? Hier eine kurze Definition:

Ermüdung / Erschöpfung

Ermüdung oder Erschöpfung gibt es auf zwei Arten:

  • Körperliche Ermüdung
    Damit ist die Ermüdung von Muskeln gemeint. Es ist also die Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch erhöhte physische Anstrengung oder schlicht schlechtem Trainingszustand einer Person. Es ist diese Form der Ermüdung, die uns etwa nach dem Besuch des Fitness-Studios plagt.
  • Geistige Ermüdung
    Sie tritt unabhängig von körperlicher Anstrengung auf und macht sich vor allem durch ein inneres Gefühl der Erschöpfung oder eine Verschlechterung der koordinatorischen Fähigkeiten bemerkbar. Wie die physische Variante tritt auch die geistige Ermüdung nach einer verstärkten Belastung auf. Etwa nach langem Lernen oder einer anhaltenden Reizüberflutung.

Antriebslosigkeit

Antriebslosigkeit ist ein Problem, das ausschließlich unsere Psyche betrifft. „Antrieb“ meint dabei den konkreten Willen, etwas auszuführen. Fehlt er, fühlst du dich unfähig aus eigener Kraft heraus etwas zu tun. Er ist also die grundlegende Voraussetzung für alle psychischen Leistungen.
Stell dir das am besten so vor: Der Antrieb ist deine Lust darauf, Dinge zu tun.

Antriebslosigkeit oder Antriebsschwäche kann also mit Müdigkeit einhergehen, ist aber nicht das Gleiche. Treten beide Symptome gemeinsam auf, können sie sich sogar gegenseitig verstärken.

Müdigkeit

Mit Müdigkeit meint man einen Zustand verminderter Aufmerksamkeit, oft in Verbindung mit einem Gefühl von Antriebslosigkeit oder körperlicher Erschöpfung. Physiologisch tritt sie auf, wenn unser Organismus nach Schlaf verlangt. Müdigkeit in bestimmten Situationen ist also etwas völlig Normales.

Allgemeine Anzeichen für Müdigkeit sind in erster Linie:

  • Eingeschränkte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
  • Beeinträchtigte Wahrnehmung
  • Leichte Reizbarkeit
  • Halluzinationen (diese treten aber nur bei lange anhaltender, schwerer Müdigkeit auf)

Du kennst das bestimmt: Der Film am Abend war einfach zu spannend und obwohl du früh raus musst, gehst du zu spät ins Bett. Am nächsten Tag kommst du nur schwer auf die Beine und fühlst dich fast durchgehend schlapp und müde. Dies ist die wohl gängigste Form von Müdigkeit.

Die Ursache ist dabei kein großes Rätsel: Wir sind müde, wenn wir zu wenig Schlaf bekommen. Logisch.

Was aber, wenn du trotz scheinbar ausreichender Schlafzeit müde bist – und das über längere Zeit hinweg? Die Ursachen für chronische Müdigkeit zu finden, ist nicht ganz so einfach. Was kommt hierbei in Frage?

Ständige Müdigkeit: Ursachen

Andauernde Müdigkeit ist oft ein Zeichen dafür, dass unser Körper etwas braucht. Oft sind das banale Dinge wie beispielsweise frische Luft oder schlicht mehr Schlaf. Manchmal deutet die Müdigkeit aber auch auf eine Krankheit oder einen Nährstoffmangel hin. Die am meisten verbreiteten Ursachen sind:

Zu wenig Schlaf

Wie schon erwähnt, ist mangelnder Schlaf der Grund Nr. 1 für Müdigkeit. Dabei ist allerdings nicht nur die Dauer, sondern auch die Qualität des Schlafes entscheidend. Leidest du beispielsweise unter Schlafstörungen, kann es passieren, dass du auch nach langem Schlaf müde bist. Ebenso, wenn du dein Schlafverhalten häufig ändern musst, zum Beispiel bei Schichtarbeit.

Zu wenig Flüssigkeit im Körper

Eines der einfachsten Dinge, die wir für unseren Körper tun können, ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Du trinkst genug? Das denken viele, doch die Realität sieht leider anders aus: Jeder/Jede dritte Deutsche trinkt zu wenig Wasser. Zwei Liter brauchen wir täglich und schon bei einem Flüssigkeitsverlust von 5% zeigen sich erste Symptome wie Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen oder eben Müdigkeit.

Unterfunktion der Schilddrüse

Die chronische Unterfunktion der Schilddrüse, in bestimmten Fällen auch Hashimoto-Thyreoiditis, bezeichnet einen Mangel an Schilddrüsenhormonen. Die Gründe dafür sind vielfältig – ein häufiges Symptom einer Unterfunktion ist jedoch ständige Müdigkeit oder Erschöpfung.

Medikamente

Bestimmte Medikamente führen nicht selten zu Müdigkeit als Nebenwirkung. Besonders tritt das bei Allergie-Medizin oder Antihistaminika auf. Nimmst du regelmäßig Medikamente und bist häufig, achte also auf mögliche Nebenwirkungen.

Dauerhafter Stress

Ist der Körper in einem Stresszustand, verbraucht er Energie. Der Stress schüttet vermehrt Adrenalin aus, was einerseits deinen Körper leistungsfähiger macht, andererseits aber viel Energie kostet. Nimmst du dir nach Dauerstress keine Auszeit, um deine Reserven aufzutanken, kann chronische Müdigkeit eine Folgeerscheinung sein.

Niedriger oder hoher Blutdruck

Sowohl zu niedriger als auch zu hoher Blutdruck können zu Müdigkeit führen. Beim deutlich weniger gefährlichen niedrigen Blutdruck entsteht diese durch schlicht zu wenig Blut im Körper. Hoher Blutdruck kann wiederum Schlafstörungen auslösen, die Müdigkeit zur Folge haben können.

Bewegungsmangel

Dass dauerhafter Bewegungsmangel nicht gesund ist, ist allgemein bekannt. Ruht unser Organismus zu viel, hat das auf viele Bereiche negative Auswirkungen. Oft auftretende Müdigkeit ist eine davon.

Magnesiummangel

Als einer der essentiellen Stoffe ist Magnesium für zahlreiche Funktionen in unserem Körper wichtig. Ohne Magnesium geht also nichts mehr. Hast du zu wenig davon im Blut, treten eine Reihe von Symptomen auf, die häufig mit Müdigkeit einhergehen: Von Schlafstörungen über Kopfschmerzen bis hin zur ständigen Müdigkeit.

Phasen körperlicher Entwicklung

Befindet sich unser Körper in einer Entwicklungsphase, ist leichte andauernde Müdigkeit nichts Außergewöhnliches. Gerade im Wachstum, in der Pubertät oder in den Wechseljahren ist das der Fall. Als Frau können dich zusätzlich die körperlichen Vorgänge im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus ermüden.

Über- oder Untergewicht

Ob zu viel oder zu wenig – auch beim Körpergewicht kann beides schädlich sein. Chronische Abgeschlagenheit und Müdigkeit sind ein Teil der Auswirkungen.

Psychische Erkrankungen

Nicht unterschätzt werden sollten psychische Probleme im Zusammenhang mit Müdigkeit. Depression oder Burnout nehmen uns jeglichen Antrieb. Müdigkeit ist dabei eine natürliche Folge.

Müdigkeit durch Vitaminmangel

Die richtige Ernährung spielt in der Gesundheit eine entscheidende Rolle. Bekommt dein Körper zu wenig von bestimmten Stoffen, machen sich oft Symptome wie ständige Müdigkeit bemerkbar. Gerade auf Vitamin D und B12 solltest du in diesem Zusammenhang achten. Vitamin B12 bekommst du beispielsweise nur über Tierprodukte und Fleisch in ausreichender Dosis. Vitamin D hingegen bildet unser Körper selbst – allerdings nur mit genügend Sonnenbestrahlung der Haut. In beiden Fällen können dir Nahrungsergänzungsmittel helfen, die bleierne Müdigkeit loszuwerden.

Chronisches Erschöpfungssyndrom

Das chronische Erschöpfungs- oder Müdigkeitssyndrom (Englisch: chronic fatigue syndrome bzw. CFS) ist eine chronische Erkrankung, die zu ständiger körperlicher und geistiger Erschöpfung führt. Die genauen Ursachen sind noch unbekannt, allerdings geht man davon aus, dass das Syndrom zwischen 1 und 3 Prozent der Bevölkerung betrifft. Am häufigsten erkranken Personen zwischen 30 und 45 Jahren. Da man die Krankheit oft nicht genau diagnostizieren kann, leben viele Menschen unbemerkt damit.

Diabetes

Da bei Diabetes die energiereiche Glucose nicht richtig von unseren Zellen verarbeitet werden kann, sind Leistungsschwäche und Müdigkeit oft damit einhergehende Symptome.

Auch Krebs kann ein Grund für Müdigkeit sein

Ständige Müdigkeit ohne Grund ist auch ein frühes Warnsignal für Krebs. Diese tumorbedingte Erschöpfung betrifft nahezu alle Krebspatienten zeitweise und sollte daher unbedingt ernst genommen werden.

Bei Müdigkeit zum Arzt? Achte auf die Ursachen

Wie du siehst, ist Müdigkeit ein Zustand, der unter bestimmten Bedingungen absolut natürlich ist und unter anderen auf eine schwere Krankheit hinweisen kann.

Leidest du also unter ständiger Müdigkeit, die du dir nicht erklären und auch nicht durch einen gesünderen Lebensstil loswerden kannst: Hör auf deinen Körper und mach dich auf zum Hausarzt.

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