Schlapp, kaputt und zu nichts zu gebrauchen – Was hilft gegen Müdigkeit?

Schlapp, kaputt und zu nichts zu gebrauchen - Was hilft gegen Müdigkeit

Gerade zu dieser Jahreszeit fühlen sich viele wie manche Tiere im Winterschlaf: Ständige Müdigkeit und Erschöpfung begleiten den Alltag.

Das kann sogar am chronischen Erschöpfungssyndrom oder Fatigue Syndrom (Chronic Fatigue Syndrome) liegen, das oft unerkannt bleibt.

Andere chronische Krankheiten (z. B. Schilddrüsenunterfunktion, psychische Erkrankungen oder Infektionen) haben meist zusätzliche Symptome.

Es muss aber keine schlimme Erkrankung sein. Ein Nährstoff-Mangel ist in dieser Jahreszeit auch nicht selten – Stichwort Vitamin-Mangel.

Schwarzer oder grüner Tee, Kaffee und sonstige Energielieferanten reichen aber nicht. Was hilft denn wirklich gegen die Müdigkeit? Hier erfährst du die wirksamsten Tricks gegen dauernde Müdigkeit.

Trotz der bleiernen Schwere: Eisen hilft als Mittel gegen Müdigkeit

Es ist schon fast eine bildliche Metapher. Wenn du zu wenig Blut hast, wirst du an Müdigkeit leiden. In der Fachsprache wird diese Krankheit Blutarmut oder Anämie genannt.

Diese kann mehrere Gründe haben: Du kannst an einem Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure leiden. Häufiger ist es aber ein klassischer Eisenmangel, der Müdigkeit und Schwerfälligkeit hervorruft.

Eisen ist für die Blutbildung und die Sauerstoffversorgung zuständig. Wenn du zu wenig dieses Nährstoffs hast, dann leiden deine Zellen und dein Körper darunter: Eine Eisenmangelanämie ist die Folge.

Wenn du an einem Eisenmangel leidest, ist Eisen als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln, Dragees oder Tabletten die übliche Form der Therapie.

Seltener und in akuteren Fällen greifen manche Ärztinnen und Ärzte auch zu Infusionen. Achtung! Hier liegt die Betonung darauf, dass dies eine Medizinerin oder Mediziner entscheiden und anwenden sollte.

Eisenmangel als verstärkte Gefahr bei Frauen

Gerade Frauen haben oft mit diesem Problem zu kämpfen. Das hat mehrere Gründe: Zum einen entzieht die monatliche Menstruation dem Körper Eisen. Zum anderen bestätigen Studien, dass Frauen mit zunehmendem Alter weniger von dem wertvollen Nährstoff aufnehmen als der Körper braucht.

Frauen sind deswegen die größte Risikogruppe für ständige Müdigkeit und Erschöpfung. Wenn du Teil einer der folgenden Gruppen bist, solltest du deswegen regelmäßig deinen Eisenhaushalt kontrollieren lassen:

  • Junge Frauen am Beginn ihrer Menstruationszyklen
  • Frauen, bei denen sich die Wechseljahre ankündigen
  • Frauen in der Schwangerschaft
  • Frauen kurz nach der Geburt

Neben den Frauen betrifft das aber auch viele andere Menschen. Senioren, Kinder und Jugendliche sind übliche Gruppen. Auch chronische Krankheiten oder Operationen können einen Eisenmangel nach sich ziehen. Blut und Eisen hängen eng zusammen, weshalb auch regelmäßige Blutspenderinnen und Blutspender auf ihren Eisenhaushalt aufpassen sollten.

In Zeiten, in denen gesunde Ernährung und Sport immer wichtiger werden, müssen auch Frauen und Männer, die Leistungs- und Ausdauersport betreiben, hier aufpassen. Da Fleisch ein Eisenlieferant ist, müssen auch Vegetarierinnen und Vegetarier und noch vielmehr Veganerinnen und Veganer auf den wichtigen Nährstoff achten.

Mit Vitamin B12 die Müdigkeit überwinden

Wenn du dich vegan oder vegetarisch ernährst, kann es auch zu Vitamin B12 Mangel kommen – aber nicht nur dann. Der Nährstoff ist hauptsächlich in tierischen Produkten enthalten und ist für Körper und Gehirn unerlässlich.

Einen Mangel merkst du eben durch Lustlosigkeit, Erschöpfung, Vergesslichkeit oder Konzentrationsschwächen. Sogar eine leichte Benommenheit kann bei starkem Mangel auftreten.

Solltest du an einem Mangel leiden und tierische Produkte sind keine Möglichkeit für dich, helfen hier nur Nahrungsergänzungsmittel.

Allgemein kann der gesamte Vitamin-B-Komplex dir hier helfen. Es muss nicht genau nur an Vitamin B12 liegen.

Das gute alte Magnesium und Vitamin D als Mittel gegen Müdigkeit

Wenn du viel Sport betreibst, kennst du es: Magnesium kann bei Erschöpfung helfen. Da der Nährstoff für unzählige Stoffwechselfunktionen nötig ist, ist er auch für deine Energieversorgung mitverantwortlich.

Typische Symptome bei einem Magnesiummangel sind nämlich Schlafstörungen, rasche Ermüdung und ständige Müdigkeit.

In der kalten Jahreszeit ist es gerade die fehlende Sonne, die vielen zusetzt. Wenn Sonnenstrahlen direkt auf die Haut auftreffen, produziert unser Körper Vitamin D. Das passiert aber im dunklen Winter seltener als sonst.

Noch weiß die Wissenschaft nicht genau, was bei einem Vitamin D Mangel im Körper passiert. Müdigkeit ist aber eines der häufigeren Symptome.

Hier helfen dir neben der Sonne aber wieder eher nur tierische Lebensmittel. Nur wenige Pilze und Avocados haben mehr Vitamin D. Hier hilft deswegen gerade im Winter bei einem Mangel dann doch häufig der Griff zu Supplementen.

Den Kreislauf anregen: Sport und kalte Duschen als Alternative gegen Müdigkeit?

Sport und kaltes Wasser sind Reize für das Hirn: Du weckst es damit auf. Stell dir das wie ein Zwicken am Arm vor.

Vor allem Bewegung zusammen mit der aktivierenden frischen Luft tut dem Kopf oft gut. Der Körper braucht nämlich den Sauerstoff.

Selten ist es zwar ein echter Sauerstoffmangel im Raum, der uns zusetzt, sondern vielmehr der Überfluss von CO2. Ein Spaziergang im Freien, Stoßlüften und kalte Güsse können deinen Körper noch einmal in Schwung bringen.

Eine gesunde Ernährung ohne viele Kohlenhydrate ist natürlich auch hilfreich. Bei Low-Carb-Diäten kann aber ein ähnliches Phänomen auftreten – vor allem bei der Umstellung von normaler zur Low-Carb-Ernährung.

Das berühmte Kaugummi kauen fördert auch die Durchblutung des Gehirns. Wenn es deine Umgebung zulässt oder du Kopfhörer hast, kann auch Musik helfen. Bei der Lieblingsmusik erhellt sich nämlich auch das Gemüt.

Wer im Internet unterwegs ist oder schon einmal in einem englischsprachigen Land war, kennt den Aufruf: Stay hydrated. Genug trinken ist sehr wichtig für deinen Körper und hilft gegen Müdigkeit. Trink ein oder zwei Glas Wasser und achte darauf, dass du im Laufe des Tages zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu dir nimmst.

Dass Stress zu Müdigkeit führen kann, muss man wahrscheinlich erst gar nicht erwähnen.

Leider helfen diese einfachen Tricks bei chronischer Müdigkeit nicht zwingend und bekämpfen die Ursachen durch Mängel nur wenig.

Ganz natürlich: Schlaf gegen Müdigkeit?

Das Naheliegendste scheint gegen Müdigkeit natürlich der Schlaf zu sein. Hier muss man ein Wort hervorheben: Scheint!

Gerade Menschen, die an chronischer Müdigkeit leiden, haben es entweder schwer mit dem Einschlafen oder schlafen ohnehin zu viel. Erwachsene Menschen sollten laut Studien zwischen sieben und neun Stunden schlafen – nicht mehr und nicht weniger. Senioren benötigen dabei etwas weniger Schlaf, Kinder und Jugendliche mehr.

Chronische Müdigkeit führt deswegen dazu, dass man ohnehin eher länger schläft, weshalb genau der Schlaf dann nicht mehr hilft. Genau das Gegenteil ist der Fall. Bei zu viel Schlaf sind wir eher erschöpfter.

Du findest kein Mittel gegen die Müdigkeit? Deine Ärztin oder dein Arzt helfen dir!

Wie immer gibt es bei solchen Beschwerden eine Grundregel: Wenn du an dauernder Müdigkeit leidest, solltest du zu deiner Ärztin oder deinem Arzt des Vertrauens gehen, um der tatsächlichen Ursache auf den Grund zu gehen.

Sie können dir genau sagen, welchen Mangel du hast oder an was es genau liegt. Keine Sorge: In den wenigsten Fällen steckt eine schwere Krankheit dahinter. Vielleicht helfen dir Nahrungsergänzungsmittel oder du brauchst einfach eine kleine Änderung des Lebensstils.

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