Lebenswichtiges Mineral: Was ist eigentlich Magnesium?

Lebenswichtiges Mineral Was ist eigentlich Magnesium

Wenn du in der Schule von deinen Chemielehrern auch mit dem Auswendiglernen des Periodensystems gequält wurdest, kamst du dabei sicher mit dem Kürzel Mg in Kontakt. Doch was genau steckt dahinter?

Wir holen dabei weit aus und erklären dir erst, was es alles mit dem Element Magnesium auf sich hat. Danach schauen wir uns an, was mit Magnesium in unserem Körper passiert und warum wir es zum Überleben brauchen.

Zunächst also etwas Chemie:

Mg steht für das chemische Element Magnesium. Im Periodensystem ist es mit der Ordnungszahl 12 ziemlich weit oben zu finden und gehört dort zur Gruppe der Erdalkalimetalle.

Der Name dieser Gruppe kommt daher, dass sie zwischen den Alkalimetallen und Erdmetallen angesiedelt ist. Wie auch die anderen Erdalkalimetalle, teilt sich Magnesium einen Teil seiner chemischen Eigenschaften mit den Mitgliedern beider benachbarter Gruppen.

So ist Magnesium einerseits schwer wasserlöslich und andererseits fähig, starke Basen zu bilden. Damit hat es auch elektrolytische Eigenschaften und ist somit fähig, Strom zu leiten.

Magnesium in der Geschichte:

Zur Herkunft des Namens Magnesium gibt es mehrere Theorien:

Zum einen könnte er von der griechischen Region „Magnisia“ oder der antiken Stadt „Magnesia“ (gelegen in der heutigen Türkei) stammen. Ebenfalls könnte die Bezeichnung allerdings auf das altgriechische Wort „magnisía“ zurückzuführen sein, das soviel wie „Magnetstein“ bedeutet.

Da das Element Magnesium unter anderem auch magnetische Eigenschaften aufweist, würde eine solche Bezeichnung durchaus Sinn machen.

In der Natur kommt es in Pflanzen, aber auch in vielen Mineralen vor und zählt sogar zu den zehn häufigsten Elementen der Erdkruste. Aufgrund seiner hohen Reaktionsfreudigkeit tritt es hier allerdings nicht in elementarer Form, sondern lediglich als Magnesiumverbindung auf. Dies bedeutet, dass die Magnesiumatome mit Atomen anderer Elemente chemische Verbindungen eingehen. Magnesium ist beispielsweise oft Bestandteil von natürlichen Salzen.

Somit ist auch das, was wir aus der Nahrungsergänzung in Form von Kapseln oder Brausetabletten als Magnesium kennen, kein reines Magnesium, sondern eine Verbindung des Elements mit anderen Stoffen.

Die erste systematische Untersuchung von Magnesiumverbindungen geht auf den schottischen Physiker Joseph Black und dessen Arbeit Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Magnesiumverbindungen im Allgemeinen waren Wissenschaftlern allerdings schon Jahrhunderte vorher bekannt.

1828 stellte dann der französische Chemiker Antoine Bussy zum allerersten Mal geringe Mengen von reinem Magnesium dar. Etliche namhafte Physiker und Chemiker widmeten sich in den darauffolgenden Jahren dem Prozess und verfeinerten ihn weiter.

Im Jahr 1852 konnte schließlich der deutsche Chemiker Robert Wilhelm Bunsen eine Methode zur Herstellung größerer Mengen von Magnesium aus Magnesiumchlorid entwickeln. Dabei werden geschmolzene, wasserfreie Magnesiumsalze mittels Elektrolyse behandelt, um daraus elementares Magnesium zu gewinnen.

Aufgrund der damaligen Mängel bei der Produktionstechnologie, war die Herstellung lange Zeit unwirtschaftlich. Die Methode selbst ist allerdings so effizient, dass sie auch heute noch im Einsatz ist!

Für was ist Magnesium gut?

So weit zu Chemie und Geschichte, doch wofür ist Magnesium eigentlich gut?

Magnesium hat eine Reihe nützlicher Eigenschaften und findet damit in vielen Bereichen Anwendung:

Durch die, oben erwähnte, hohe Reaktionsfreudigkeit, ist das Element leicht entzündlich. Magnesiumdraht- oder Pulver ist daher gut für Brandsätze, Bomben oder Feuerwerke geeignet und kommt in Unterwasser brennbaren Fackeln als Brennstoff zum Einsatz.

Auch das Blitzlichtpulver, wie du es vielleicht von alten Fotoapparaten kennst, bestand aus Magnesium. Es wurde rasch entzündet, um grelles Licht auszulösen.
Besonders interessant: Auch der Blitz modernerer Handkameras wurde lange Zeit noch durch eine chemische Magnesium-Reaktion ausgelöst.

Aufgrund der geringen Massen des Stoffs kommt Magnesium, neben den chemischen Anwendungen, auch im Leichtbau als Legierung zum Einsatz. Besonderer Beliebtheit erfreute sich das Element beispielsweise in der Auto- und Luftfahrtindustrie.

In der Landwirtschaft nutzt man Magnesiumverbindungen, um dem Boden Magnesium zurückzugeben, das von Pflanzen entzogen wurde. Zusätzlich wird durch die Behandlung der pH-Wert des Bodens gesteigert, wodurch Nährstoffe leichter verfügbar werden.

Doch die Zukunft von Magnesium könnte in der Medizin liegen: Forscher arbeiten bereits an Magnesiumwerkstoffen für Implantate, die vom menschlichen Körper aufgenommen werden können. Aufgrund der chemischen Eigenschaften des Magnesiums, wären diese Implantate dann besonders korrosionsbeständig und würden sich nach einiger zeit vollkommen auflösen. Dies könnte zum Beispiel bald schon bei Stents zur Offenhaltung von Gefäßen zum Einsatz kommen.

Für was ist Magnesium in unserem Körper wichtig?

Neben diesen vielfältigen Anwendungen spielt das Element auch in unserem Körper eine wichtige Rolle. Magnesium ist Teil einer Gruppe chemischer Verbindungen, ohne die wir nicht lebensfähig sind. Zu diesen essenziellen Stoffen gehören zahlreiche Spurenelemente, Vitamine, Aminosäuren, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Mineralien. Die Magnesiumverbindungen zählen dabei zu den letzteren.

Das bedeutet: Magnesium ist für den menschlichen Organismus lebenswichtig!

Normalerweise nehmen wir das wertvolle Mineral über die Nahrung auf. So gelangt es in den Verdauungstrakt, wo es schließlich vom Körper aufgenommen und dem Blutkreislauf zugeführt wird.

In deinem Körper ist Magnesium für viele Funktionen wichtig. Es ist an Enzymreaktionen beteiligt und unterstützt die Kommunikation der Zellen im Immunsystem. Darüber hinaus sorgt Magnesium unter anderem dafür, dass deine Muskel- und Nervenzellen richtig funktionieren.

Und genau das ist der Grund, warum Magnesium in deinem Körper so wichtig ist: Die Muskel- und Nervenzellen sind in deinem zentralen Nervensystem für eine Vielzahl lebensnotwendiger Funktionen zuständig. Darunter fallen beispielsweise Aufgaben wie Herzschlag, Atmung, Verdauung oder der Stoffwechsel deines Körpers.

Ein dauerhafter Mangel an Magnesium kann sich daher negativ auf sämtliche Vitalfunktionen auswirken und im Ernstfall auch lebensbedrohlich sein. Außerdem geht die Wissenschaft davon aus, dass eine unzureichende Versorgung mit Magnesium psychische Leiden wie Depressionen oder schizophrene Psychosen verschlimmern kann.

Doch keine Sorge, Magnesium ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Eine ausgewogene Ernährung deckt also normalerweise deinen täglichen Magnesiumbedarf ganz gut ab.

Durch besondere Belastung, wie Erkrankungen der Nieren oder des Verdauungstraktes, Schwangerschaft oder Leistungssport steigt der Bedarf allerdings an. In diesen Fällen braucht dein Körper zusätzliches Magnesium, um weiter normal zu funktionieren.

Eine einfache Möglichkeit den erhöhten Bedarf auszugleichen, sind daher Nahrungsergänzungsmittel mit Magnesium. Im Idealfall sprichst du die Einnahme zuvor mit dem Arzt ab, um die Supplements auch optimal zu dosieren.

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