Komme ich in die Wechseljahre? Das sind die Symptome

Komme ich in die Wechseljahre Das sind die Symptome

Du bist Mitte 40 und hast Kopfschmerzen. Können das die Wechseljahre und ihre Symptome sein? Die typischen Symptome für die Wechseljahre zu erkennen, stellt sich oft als schwierig heraus.

Eines vorweg: Jede Frau ist individuell. Bei jeder Frau äußern sich die Wechseljahre anders – genauso wie die Menstruation oder die Schwangerschaft. Ein klärendes Gespräch mit deinem Arzt ist deswegen hier immer anzuraten.

Die Wechseljahre müssen ganz und gar nicht schlimm sein: Viele Frauen erleben die Wechseljahre ganze ohne Symptome. Sie sind weiterhin leistungsfähig, sportlich aktiv und können sich voll konzentrieren. Ein Drittel der Frauen leidet unter starken Symptomen, ein Drittel empfindet nur leichte Symptome und das restliche Drittel leidet gar nicht darunter. Der Wechsel dauert bei den meisten Frauen wenige Jahre. 10 % der Frauen erleben auch nach mehr als zehn Jahren noch deutliche Symptome.

Es gibt eine ganze Reihe an Symptomen, die auftreten können– in völlig verschiedener Intensität und Form.

Die Wechseljahre und die häufigsten Symptome

Allgemein sind in den Wechseljahren die häufigsten Symptome folgende:

  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Scheidentrockenheit
  • Trockene Haut

Hitzewallungen

In den Wechseljahren sinkt dein Hormonspiegel. Dein Körper produziert weniger. Die Hormone regulieren auch die Wärmeverteilung im Körper. Dadurch kannst du plötzlich Hitze empfinden – bis zu Schweißausbrüchen. Hitzeattacken und Hitzewallungen sind keine Seltenheit im Wechsel.

Die Hitzewallung beginnt dabei mit einem leichten Druck im Kopf. Du fühlst dich unbehaglich und es fühlt sich an, als ob die Hitze förmlich aufsteigt. Sie breitet sich dann schnell über das gesamte Gesicht, den Hals und den Oberkörper aus. Du wirst rot und plötzlich beginnst du zu schwitzen.

Der gefürchtete Schweißausbruch ist da.

Dieser kann bei manchen Frauen befreiend sein, bei anderen staut sich die Hitze – zumindest fühlt es sich so an. Manchmal kann dir aber danach auch kalt sein und du fröstelst.

Der ganze Spuk dauert zwischen einer halben Minute und mehreren Minuten. Manche Frauen bemerken die Hitzewallung kaum und haben sie nur selten. Andere sind häufig damit geplagt.

In Zahlen sind das 85 % der Frauen, die in den Wechseljahren unter Hitzewallungen leiden oder sie zumindest wahrnehmen und davon sprechen. Etwas mehr als die Hälfte aller Frauen fühlt sie schon zur Perimenopause – zum Beginn der Menstruationsstörungen vor der eigentlichen Menopause. Durchschnittlich begleitet dieses Symptom eine Frau über 5,2 Jahre hinweg. Manche gar nie, manche für immer.

Eine genaue Ursache weiß die Medizin noch nicht. Es gibt nur die Vermutung von einer Studie aus dem Jahr 2015, dass die Östrogenschwankungen die Wärmeregulation durcheinanderbringen. Genau ist das jedoch noch nicht erforscht.

Die Hitzewallungen sind oft Teil des nächsten Symptoms.

Schlafstörungen

Der Wechsel bedeutet also eine hormonelle Umstellung. Das führt auch zum Problem beim Durchschlafen. Die Hitzewallungen können dir die Nacht mit Schwitzattacken noch schwieriger machen. Psychische und physische Konsequenzen sind programmiert.

Deine Tiefschlafphase wird durch das fehlende Östrogen auf vier Stunden verkürzt. Deswegen werden viele Frauen zwischen drei und vier Uhr morgens wach. Zu dieser Zeit kommt es dann auch häufig zu Schweißausbrüchen. Das Wiedereinschlafen will dann nicht so ganz funktionieren und selbst wenn, folgt eine nicht ganz so erholsame zweistündige Traumphase.

Gerade Einschlafstörungen haben aber nicht immer im Wechsel selbst ihren Grund. Oft sind es Sorgen und Gedanken, die dich um den Schlaf bringen.

Während deine körperliche Leistungsfähigkeit sinkt, steigt die psychische Belastung.

Stimmungsschwankungen

Du wirst es vielleicht kennen. Einige Frauen erleben schon während der Menstruation ein wahres Gefühlschaos. In den Wechseljahren ist das nicht viel anders. Nervosität, Angespanntheit oder Depressionen können auftreten.

Östrogene hellen allgemein deine Stimmung auf. Dein Körper produziert in den Wechseljahren aber weniger. Schon kann dein psychisches Wohlbefinden darunter leiden. Frauen können sich dann niedergeschlagen und antriebslos fühlen.

An einem Moment bist du glücklich und alles ist in Ordnung und im nächsten Moment bist du betrübt. Du hast Spaß, du ärgerst dich – all das in kurzen Abständen. Stimmungsschwankungen machen sich bemerkbar.

Nervosität und eine Reizbarkeit bis zu Aggressivität tritt auch bei einigen Frauen auf. Seltener kommt es zu Ängstlichkeit oder gar Angstzuständen. Hier solltest du auf jeden Fall deinen Arzt fragen.

Die Hormone sind bei einigen psychischen Problemen und Krankheiten zwar durchaus ein Faktor aber vielmehr sind es dein Leben und äußere Faktoren, die diese stark beeinflussen. In den Wechseljahren kommt es auch oft zu Veränderungen im Privatleben oder im beruflichen Leben. Das beeinflusst auch deine Emotionen, muss aber nichts mit den Wechseljahren selbst zu tun haben.

Wenn sich deine psychischen Beschwerden länger anhalten und deinen Alltag erschweren, ist eine therapeutische Unterstützung wichtig. Deine erste Anlaufpartnerin kann hier durchaus die vertraute Hausärztin oder die vertraute Frauenärztin (und natürlich die männlichen Ärzte des Vertrauens) sein. Sie können hier weiterhelfen.

Scheidentrockenheit

Ein Hormon, das dein Körper nur mehr weniger produziert, ist das Östrogen. Durch diesen Rückgang wird auch die Vaginalschleimhaut weniger durchblutet und der Körper produziert weniger Scheidenflüssigkeit. Deswegen klagen viele Frauen über Juckreiz, Brennen oder Scheidentrockenheit in den Wechseljahren.

Der Mangel an Östrogen führt übrigens dazu, dass die Dicke aller Schleimhäute im Körper einer Frau abnimmt: Scheide, Harnröhre, Blase sowie auch Mund und Augen.

Durch die fehlende Schleimhaut – oder zumindest die dünnere Schicht – kann deine Scheide sich dann trockener anfühlen und somit verletzlicher sein. Gerade beim Geschlechtsverkehr kann es zu Schmerzen kommen. Kann, aber muss es nicht: Stichwort Gleitmittel.

Deine Scheidenflora kann durch die Veränderung aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Der pH-Wert deiner Scheide ist plötzlich anders. Das passiert wiederum wegen den fehlenden schützenden Milchsäurebakterien. Das heißt wiederum, dass deine Scheide dann anfälliger für bakterielle Infektionen ist.

Hier helfen hormonhaltige Vaginalcremes oder Vaginaltabletten, die den Hormonmangel ausgleichen. Kontaktiere am besten zuerst die Frauenärztin oder den Frauenarzt.

Trockene Haut

Wenn wir schon von Trockenheit sprechen: Das betrifft nicht nur die Schleimhaut, sondern deine Haut selbst ebenso. Auch diese kann unter den Wechseljahren leiden.

Die Haut wird trockener, dünner und weniger elastisch. Sie kann jucken oder sich röten. Pigmentflecken sind ebenso keine Seltenheit und selbst die Wundheilung lässt nach.

Zahnfleischbluten kannst du aus den gleichen Gründen kriegen. Deine Haut wird auch unreiner als zuvor..

Diese Symptome in den Wechseljahren können ebenso auftreten

Wie du es von Freundinnen, Familie oder aus zahlreichen Berichten kennst, sind das nun längst nicht alle Symptome. Es können noch eine Zahl an vegetativen, neurologischen oder psychischen Beschwerden dazukommen. Sie sind nur nicht so bekannt und auch zum Teil nicht so häufig:

  • Haarausfall: Das Leid mit den dünneren Haaren. Durch den Mangel an Östrogen und den Überschuss an Testosteron können die Haare plötzlich „männlicher“ werden. Das Kopfhaar wird dünner und in manchen Fällen kann die Gesichtsbehaarung stärker werden. Hier sprechen wir aber von viel geringeren „Auswüchsen“ als bei Männern.
  • Menstruationsschmerzen, heftige Blutungen: In der Regel sollte doch eigentlich das Gegenteil auftreten, oder? Nun, leider nicht bei jeder Frau – zumindest kurzfristig während dem Wechsel.
  • Unregelmäßige Blutungen.
  • Schweißausbrüche / Schwindelgefühl: Die Hitzewallungen sind oft auch mit einer Kreislaufschwäche verbunden und du kannst dich schwindelig fühlen.
  • Brustbeschwerden: Von leichten Spannungsgefühlen bis Schmerzen können Frauen die ganze Bandbreite spüren.
  • Harnblasenschwäche oder Inkontinenz: Die unzähligen Werbungen vermitteln es schon. Die Wechseljahre können auch zu einer Blasenschwäche oder Inkontinenz führen. Das lässt sich auf die geringere Dicke der Schleimhaut zurückführen. Ebenso lässt bei einigen Frauen die Beckenbodenmuskulatur nach, was sowohl dieses als auch das nächste Symptom verstärken kann.
  • Harnwegsinfektionen. Hier sind es auch die Schleimhäute, die dir das Leben schwieriger machen können.
  • Erschlaffen der Haut: Sie wird nicht nur trockener, sie kann auch schlaffer werden. Das liegt nicht daran, dass du alt wirst! Der Wechsel spielt mit.
  • Rheumaartige Beschwerden: Gelenk- und Muskelschmerzen sind bei Frauen im Wechsel nicht selten. Die Muskelmasse nimmt ohne Sport ab 35 ab. Gelenke und der Rücken leiden hier am stärksten. Durch das fehlende Östrogen werden gerade die Gelenke und die Muskeln nicht mehr so gut durchblutet, Knorpel werden dünner und die Gelenksflüssigkeit nimmt ab. Das Risiko für Osteoporose steigt deswegen auch. Deine Knochen können brüchiger werden. Es mangelt dir auch noch an Endorphinen. Das macht dich empfindlicher gegenüber Schmerzen.
  • Gewichtszunahme: Ja, plötzlich kann dein Gewicht ein Problem sein. Weniger Östrogen führt leider zu einer höheren Testosteronkonzentration. Typisch männliche Probleme, wie mehr Fetteinlagerung am Bauch führen auch zu erhöhten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es muss aber betont werden, dass dieses Symptom weniger mit dem Wechsel zu tun hat als vielmehr mit dem Alter. Frauen ab 45 brauchen weniger Energie, weil sie, wie gerade beschrieben, weniger Muskelmasse haben. Wenn also bei den Mahlzeiten nichts geändert wird, schlägt das im Gewicht zu Buche. Hier solltest du aber auch unbedingt auf deine Schilddrüsenfunktion achten und den Arzt kontaktieren. In den Wechseljahren macht sich diese Hormondrüse gerne bemerkbar.
  • Herzrasen: Spannungen, Druck und Schmerzen. Das Herz selbst kann auch ins Rasen kommen.
  • Keine Lust auf Sex: Eine Nebenwirkung des Wechsels ist die sexuelle Unlust. Durch die Scheidentrockenheit schmerzt er und die Umstellung bei den Sexualhormonen beeinflusst die Lust ebenso.
  • Kognitive Probleme: Du kannst dir nicht mehr alles merken und hast leichte Gedächtnisstörungen. Das betrifft immerhin 60 % der Frauen in den Wechseljahren.

Die Wechseljahre und ihre Symptome: Was im Körper wird von Östrogen und Gestagen beeinflusst?

Wie du schon merkst, haben Östrogen und dessen naher Verwandter, das Gestagen, viel Einfluss auf dein Gewebe und deine Organe. Im Wechsel mangelt es dir aber genau an diesen Hormonen.

Von Östrogen betroffen sind folgende Körperteile und -funktionen:

  • Haut: Östrogene fördern die Wassereinlagerung. Das klingt vielleicht schlecht, führt aber zu einer glatteren Haut.
  • Blutgefäße und Herz-Kreislauf-System: Es senkt den Blutdruck.
  • Nervensystem: Es hellt deine Stimmung auf.
  • Fettstoffwechsel: Das Verhältnis zwischen HDL und LDL-Cholesterin wird ausbalanciert.
  • Zuckerstoffwechsel: Es begünstigt den Blutzuckerspiegel.
  • Lunge: Die Lungenfunktion profitiert.
  • Knochen: Hilft beim Knochenaufbau und hemmt den Knochenabbau. Es verhindert also Osteoporose.
  • Darm: Darmbewegungen und -funktion werden gefördert.

Gestagene beeinflussen folgende Funktionen und Teile des Körpers:

  • Haut: Gestagen reguliert die Hautdurchblutung und die Temperatur.
  • Blutgefäße / Herz-Kreislauf-System: Es erweitert die Venen und verengt die Arterien.
  • Nervensystem: Es beruhigt dich.
  • Lunge: Du atmest tiefer und es begünstigt die Atemfrequenz.
  • Darm: Es vermindert im Gegensatz zum Östrogen die Darmbewegung und kann Verstopfungen fördern.

Symptome der Wechseljahre beim Mann. Gibt es das überhaupt?

Ja, auch bei älteren Männern findet eine hormonelle Umstellung statt. Es tauchen sogar ähnliche Symptome auf:

  • Verminderung der Sexualfunktion.
  • Abnahme der Muskelmasse.
  • Zunahme des Bauchfetts.
  • Haarausfall.
  • Depressive Gemütslage bis zu Depressionen.

Auch bei Männern nimmt die Menge des Sexualhormons ab – in diesem Fall das Testosteron. Globulin, das Sexualhormone bindet, steigt hingegen an. Auch weitere Geschlechtshormone betrifft dieser „Wechsel“.

Auch hier ist das aber enorm individuell. Manche Männer haben einen gehörigen Testosteron-Abfall, andere betrifft es gar nicht. Deswegen sind viele Männer bis ins hohe Alter fortpflanzungsfähig und sexuell aktiv.

Eigentlich spricht man aber beim Mann nur von den Wechseljahren, weil diese Zeit bei Frauen so genannt wird. Es gibt verschiedene Bezeichnungen:

–          Männliche Wechseljahre.

–          Klimakterium virile.

–          Andropause. Das ist aber eher umstritten, weil es wortwörtlich „Tod des Mannes“ bedeutet. Menopause bedeutet nämlich „Tod der Periode“.

–          PEDAM (Partielles endokrines Defizit des alternden Mannes).

–          PADAM (Partielles Androgendefizit des alternden Mannes).

Die “Wechseljahre” beim Mann sind jedoch anders als bei der Frau. Es kommt zu keinem drastischen Hormonabfall innerhalb kurzer Zeit. Bei Männern ist es eher eine allmähliche, stetige Veränderung. Deswegen empfehlen Mediziner eher PADAM als Bezeichnung.

Es ist außerdem bei Experten umstritten, ob denn Wechseljahre bei Männern tatsächlich eintreten und sie so treffen wie die Frau. Oftmals wird es als Erfindung der Pharmaindustrie bezeichnet.

Keine Lust auf Sex, Schlafstörungen, Depressionen, Erektionsprobleme und noch viele andere Symptome sind Teil des natürlichen Alterungsprozesses. Der Hormonwechsel ist nicht der Grund dafür.

Die hormonellen Veränderungen sind echt. Die damit verbundenen Beschwerden haben aber wenig mit den Wechseljahren zu tun.

Ich habe Symptome in den Wechseljahren. Ist jetzt alles vorbei?

Keinesfalls! Mit einer ausgewogenen Ernährung, einer gesunden Lebensweise (und Einstellung!) und einem kritischen Blick auf deine NährstoffWerte ist das alles zu schaffen. Im Notfall kannst du auftretende Mängel mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen.

Es gibt sogar Studien, die bezeugen, dass eine positive Herangehensweise an den Wechsel dabei hilft, ihn einfacher und beschwerdefreier zu schaffen. Denk positiv!

Bei starken Beschwerden hilft dir aber dein Arzt, die kurze Zeit erfolgreich zu überbrücken.

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